Welcome to Banff

Über den berühmten Highway No. 1 (Transcanada Highway) brechen wir von Calgary auf in Richtung Banff. Unser Ziel ist sowohl die Stadt Banff in der Provinz Alberta als auch der gleichnamige Nationalpark – der älteste Nationalpark Kanadas.
Unser erster Stopp in Banff ist das Visitor Center. Wir brauchen noch ein paar Anregungen, wie wir unsere nächsten drei Tage am besten gestalten und außerdem brauchen wir noch Bärenspray. Ja, wir brauchen Bärenspray. Das brauchen wir nicht nur für unsere Wanderungen, denn wir befinden uns hier im Bärengebiet, wir brauchen es vor allem auch für unseren Campingplatz. Denn für den besteht eine Bärenwarnung. „Bears are very active right now“, klärt uns Parcs Canada auf. Aber wir haben noch Glück. Andere Campgrounds wurden aufgrund zu hoher Bärenaktivität geschlossen.
Kanada erlebt übrigens einen Jahrhundertsommer und wir genießen wolkenlose 28-30 Grad. Schön für uns, aber weniger schön für die kanadischen Wälder. Die leiden unter der schon lange andauernden Hitze und Trockenheit. Das Ergebnis sind rund 150 Waldbrandherde. Die Brände wüten vor allem in British Columbia – das ist aber nicht weit weg. Je nach Windrichtung trübt der Rauch das Bergpanorama auch in und um Banff und manchmal können wir das Feuer sogar riechen.
Es gibt daher einen Total Fire Ban – jedes offene Feuer ist strengstens untersagt….auch das Grillen mit Holz oder Kohle.
Da wir als Selbstversorger auf die Grills der Campingplätze gesetzt haben, müssen wir uns nun was anderes einfallen lassen. Die erste Herausforderung. 🙂  

Wir schlagen unser Zelt auf dem Two Jack Main Campground etwa 8 km außerhalb der Stadt Banff auf. Der Campground liegt mitten im Wald, hinter unserem Zelt gibt es nichts als Bäume, Bäume, Bäume – herrlich idyllisch! Ein weitläufiger Site, eine eigene Picknickarea mit Feuerstelle, die wir nur leider nicht benutzen dürfen.
Hier lässt es sich aushalten und wir freuen uns schon darauf, den Nationalpark zu erkunden!

O Canada!

O Canada…heute geht es endlich los – wir starten in unser kanadisches Abenteuer!

Vier Wochen lang gehen wir in Alberta und British Columbia auf Erkundungstour. Dabei werden Mietwagen und Zelt unser Zuhause sein.
Gestartet wird in Calgary, der größten Stadt Albertas. Hier verbringen wir jedoch nur einen Abend, denn wir wollen raus…raus in die kanadische Weite und rein in die kanadische Natur!
Insgesamt dreizehn Tage lang erwandern wir die berühmten Nationalparks Banff und Jasper und machen dabei auch einen Abstecher in den kleinen aber feinen Yoho Nationalpark im Hochgebirge der Rocky Mountains. Das ein oder andere Paddelerlebnis auf einem der vielen fantastischen Seen wird sicherlich auch dabei sein.
😊

Doch Kanadas Westen hat noch viel mehr zu bieten und so ziehen wir weiter, machen einen kurzen Abstecher nach Whistler und setzen dann mit der Fähre nach Vancouver Island, der größten Insel im Pazifik, über. Hier wollen wir uns zu Land und zu Wasser so richtig ins Tierabenteuer stürzen, Orcas in der Johnstone Strait beobachten und Grizzlys im Knight Inlet aufspüren. Weiter geht’s in den Pacific Rim Nationalpark an der Westküste der Insel, wo wir den berühmten Long Beach erkunden und im Surferstädtchen Tofino ausspannen wollen. Über Port Renfrew ziehen wir dann für einen Kurzbesuch in den Pacific Rim Nationalpark und nach Victoria, die Provinzhauptstadt Britisch Kolumbiens. Nach vierzehn Tagen Vancouver Island heißt es dann zurück aufs Festland und wir setzen mit der Fähre nach Tsawwassen über.

Es ist wieder Zeit, zurück ins Stadtleben zu kehren und wir lassen unseren kanadischen Traum in der Metropole Vancouver ausklingen.

Tja, und jetzt sind wir nur noch zehn Flugstunden von genau diesem Traum entfernt. Der Countdown läuft…ein Traum wird wahr!

Mit dem Heli übers Okavangodelta

Bevor wir zu unserem Zelttrip ins Okavangodelta aufgebrochen sind, haben wir uns einen Helikopterflug über das Delta gegönnt. Keine günstige Angelegenheit aber jeden Cent wert! 23 Minuten dauerte unser Flug mit „Crazy Barry“ aus Maun – wagemutiger Tiefflug über dem Wasser, so das man es berühren kann, inklusive.

Die Türen des Helikopters werden entfernt, sodass dem visuellen Safarilufterlebnis nichts im Wege steht. Sobald der Heli abhebt, kann man nur noch staunen. Umherziehende Elefanten, aus Baumkronen herausragende Giraffenhälse, riesige Büffelherden, trinkende Zebras, tollende Warzenschweine und badende Hippos…

Der Heliflug war unser erstes richtiges Safarierlebnis und es war gleich eines der schönsten.
Der Preis eines Fluges ist übrigens ein Festpreis, egal ob eine oder drei Personen mitfliegen. Am besten ihr bucht den Flug am Vorabend direkt bei einem Anbieter in Maun – Personalausweis nicht vergessen! …und natürlich eure Kreditkarte
😊

Elefantenwahnsinn im Chobe NP

So viele Elefanten!

Wenn ihr Elefantenfans seid (und das seid ihr bestimmt, wenn ihr die Tiere einmal in freier Wildbahn erlebt habt), ist der Chobe Nationalpark euer place-to-be!
Der über 10,5 km² große Nationalpark, der im Norden durch seinen Namensgeber, den Chobe-Fluss begrenzt ist, ist der älteste Nationalpark Botswanas. Er ist vor allem für seine riesigen Elefanten- und Büffelherden bekannt.

Besonders schön ist es entlang des Flusses – oder natürlich auf dem Fluss bei einem Safaricruise. Vom Wasser aus hat man noch einmal eine andere Perspektive auf Natur und Tiere und kann beobachten, was sich alles auf den Inseln tummelt. Hat man großes Glück, kann man Elefanten beim Schwimmen von Insel zu Insel beobachten. Wir hatten halb Glück – die Elefanten querten den Fluss, aber die Stelle dort war zu seicht, so dass sie eher durchs Wasser wateten als zu schwimmen. 😊

Auf einer der Inseln weht übrigens eine Botswanische Flagge. Das hat einen besonderen Grund: Auf der anderen Seite des Chobe liegt Namibia. Namibia und Botswana haben sich lange darüber gestritten, wo genau die Grenze verläuft und wem diese Insel als Land zusteht. Den Streit musste der Internationale Gerichtshof in Den Haag klären, das Land wurde Botswana zugesprochen. Und Botswana feiert diesen Triumph mit der Beflaggung der Insel noch heute.
Den Tieren ist die Beflaggung egal – auch wenn die namibische Seite der Riverfront im Gegensatz zur botswanischen nicht unter dem Schutz eines Nationalparks steht.

Den Chobe Nationalpark kann man übrigens auch als Selbstfahrer erkunden. Das sollte man allerdings nur tun, wenn man einen Allrad fahren kann und Erfahrung mit Sandpisten hat. Es ist nämlich gar nicht witzig, sich im tiefen Sand festzufahren und das Auto auszugraben, wenn um einen herum die Elefanten tollen. Uns ist da eine Safari mit erfahrenem Guide, der noch dazu viel zu erzählen weiß, lieber gewesen.

Wir haben viel gesehen im Chobe Nationalpark: Unzählige Antilopen- und Bockarten, Impalas, Kudus, Büffel, Krokodile, Giraffen, Löwen, Hippos, Wasserwarane, Riesentrappen, Ohrengeier, Eisvögel und allerlei anderes Federvieh – und natürlich jede Menge Elefanten.

Raubkatzen im Moremi Wildreservat

Wer Afrikas Tierwelt erleben will, kommt am Moremi Wildreservat nicht vorbei – das Reservat gehört zu den wildreichsten Teilen des Okavangodeltas!

Wir beziehen dort etwas außerhalb des Reservats ein Zelt in der wunderschönen Hyena Pan. Mittelpunkt des Tented Camps ist ein künstliches Wasserloch, an dem sich insbesondere Elefanten tummeln. Stundenlang sitzen wir auf der Veranda und beobachten die Szenerie. Die Elefanten scheinen dabei aus dem Nichts zu kommen. Es ist wirklich erstaunlich, wie ein tonnenschweres Tier „auf Samtpfötchen“ daherkommt. Man hört nichts und auf einmal stehen sie da. Dann geht’s los: Es wird getrunken, gegurgelt und mit Wasser gespritzt – das ein oder andere Töröööö ist natürlich auch dabei.

Das Moremi Wildreservat erkunden wir mit einem offenen Jeep. Gleich am ersten Morgen beobachten wir einen jungen Löwen und eine Löwin. Die beiden schlendern nebeneinander her, werfen sich in den Sand, ruhen kurz aus und schlendern dann wieder weiter.
Es werden nicht die einzigen Löwen des Tages bleiben: Gegen Mittag entdecken wir drei junge Löwen faul im Gras. Mehr als ein beherztes Gähnen, kurz Aufstehen und wieder hinlegen, ist aber um diese Uhrzeit bei der Affenhitze nicht drin. Die Jungs freuen sich einfach, dass sie faul im Schatten liegen können.

Später halten wir lange neben einem riesigen, dicht bewachsenen Dornenbusch. Wir sehen sie zwar nicht, aber wir können sie gut hören – zwei Leoparden, die sich für etwas mehr Privatsphäre in den Busch zurückgezogen haben. Das Knurren, Fauchen, Brüllen der Leoparden fährt durch Mark und Bein und jagt einem den Puls hoch.

Wir haben viel Glück und bekommen Leoparden dann auch noch zu sehen. Ein Geschwisterpaar, das in den Morgenstunden eine Gazelle erlegt hat und nach dem Festmahl neben der Beute im Schatten döst. Was für wunderschöne Tiere!

Highlight waren neben den Raubkatzen aber auch zwei Honigdachse. Wir haben sie früh morgens beim Toben durch das verdorrte Gras beobachtet. Nicht höher als ein Schoßhund aber mit einem Kampfgewicht von bis zu 10 Kilo, eilt den Honigdachsen ein fraglicher Ruf voraus. Sie gelten als sehr aggressive Tiere, die auch nicht vor Elefanten oder Löwen zurückschrecken. Im Verteidigungsfall gehen sie außerdem gerne dorthin, wo es am meisten blutet und weh tut – an die Genitalien…

Das Moremi Wildreservat – Wildlife in Hülle und Fülle!

Zelten im Okavangodelta

Schon die Anreise ins Delta ist ein Erlebnis: In einem Mokoro, das ist ein traditionelles Einbaumboot, steuert uns unser Poler durch ein Labyrinth aus Wasserkanälen, Schilf und Seerosen. Wir sind tatsächlich da: im Okavangodelta, dem größten Binnendelta der Welt. Dank der jährlichen Regenfälle in Angola entsteht im Rhythmus der Jahreszeiten dieses Wasserwunder der Natur – mitten in der Kalahari!

Wir sind im August hier, also im Botswanischen Winter mit angenehmen Tagestemperaturen um die 25 Grad. Nachts kann es mit einstelligen Temperaturen zwar frisch werden, aber dagegen gibt es ja lange, warme Klamotten, die einen noch dazu vor lästigen Moskitos schützen.
Wir wollen die Artenvielfalt des Deltas genießen und dafür ist der trockene August besonders geeignet. Das Gras ist niedriger, die Bäume verdorrt – das ist vielleicht landschaftlich nicht ganz so reizvoll, aber zum Tiere zu beobachten optimal.

Während unserer Mokorofahrt zu unserem Camp auf einer der der vielen Inseln im Delta genießen wir die Ruhe und Einsamkeit auf dem Wasser und lauschen dem Grunzen der Hippos.
Unser Camp ist ein wahr gewordener Zeltlagertraum: Ein offenes Feuer, auf dem stets gekochtes Wasser parat steht, im Kreis aufgereihte 2-Mann-Zelte (die man vor dem ersten Eintritt auf Spinnen untersucht), Giraffen- und Büffelschädel als Sitzgelegenheit. Und das ganze geschützt auf einer Lichtung mit Blick auf das Wasser – einen ausgewachsenen Nilpferdbullen direkt im Wasserbecken vor dem Camp gibt es inklusive.

Eigentlich reicht das hier schon: Im Camp sitzen bzw. seinen Klapphocker nach vorne ans Wasser stellen und warten – die Natur ist beeindruckend und die Tiere kommen. Und dennoch freuen wir uns am meisten auf die Bushwalks mit unserem Guide On („bewaffnet“ mit einem Stock).
Gewalkt wird morgens kurz nach Sonnenaufgang oder nachmittags vor Sonnenuntergang. Da sind die Tiere am aktivsten, die Temperaturen am angenehmsten und das Licht am schönsten.
Unser erster Walk beginnt um ca. 16 Uhr und wir ziehen im Entenmarsch los, erst einmal an einem Wasserbecken entlang. On möchte uns auf diesem Walk vor allem auf die kleinen Dinge im afrikanischen Busch aufmerksam machen und erklärt uns Tierspuren, spürt Skelette auf und rekonstruiert, was hier passiert sein könnte. Das erste Tier das wir sehen, ist dann aber doch eher ein großes: Eine Familie Giraffen beobachtet uns gemütlich kauend aus zwei Bäumen heraus. Und so faszinierend ein Termitenhügel auch ist und so wichtig seine Funktionen sind (dank der Termiten entstehen nämlich immer neue Inseln im Okavango) – Giraffen, Zebras, Warzenschweine und Gnus sind dann doch unsere Highlights dieses ersten Walks.
Kurz vor Sonnenuntergang hangeln wir uns an Hyänenspuren entlang zurück in Richtung Camp. Gekocht wird auf dem offenen Feuer, geschlafen wird spätestens um Buschmitternacht – also um 21 Uhr
😊.
Wir unternehmen auch am nächsten Tag einen Bushwalk und stehen dafür schon vor Sonnenaufgang zum Frühstück parat. Unsere Zähne putzen wir mit Blick auf unser Camphippo. Auch dieser Walk ist einzigartig. Afrika sehen, hören, riechen während man im Busch unterwegs ist, ist etwas ganz Besonderes – und aufregend! Es ist und bleibt Wildnis, der afrikanische Busch ist kein Zoo. Und so schießt der Puls vor Begeisterung und tiefem Respekt immer wieder nach oben, wenn wir Tiere erspähen, diese immer näherkommen oder unvermittelt neben uns auftauchen. Unser Guide On manövriert uns via Handzeichen, die wir gestern bereits gelernt haben, leise und sicher durch den Busch. On kennt nicht nur jedes Tier, jede Pflanze und sämtliche Fun-Facts dazu – nein, On ist ein personifiziertes Navigationssystem mit einem unerschütterlichen Orientierungssinn.
Auf dem Rückweg ins Camp kreuzt eine riesige Elefantenherde unseren Weg. Sie ist auf dem Weg zum Wasser. Im Schlepptau ist auch ein ausgewachsener Bulle – den wir ein paar Stunden später wiedersehen…und zwar direkt in unserem Camp, das er neugierig durchstreift.

Drei Tage Zelten im Okavango.
Drei Tage dem afrikanischen Busch hautnah.
Drei Tage Plumpsklo (aber nur für „Groß“ und mit Spaten bewaffnet; „Klein“ wird als Buschibuschi direkt im Busch erledigt – immer schön vorsichtig, es gibt ja auch Schlangen…).
Drei Tage mitten unter Botswanas Artenreichtum… Immer wieder!!!